Gliederung

DJ Deep - King verbotener Mixe 

Schwerer Schlag gegen Disco-Mix-Szene

Die Jungs hinter Deep Dance

Ein Bericht aus der BVD

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

DJ Deep:
König verbotener Mixe

(Von Christian Brüggemann (Text & Fotos))

Noch nie gab er ein Konzert. Und nur wenige Leute kennen seine wahre Identität. Trotzdem verkauft DJ Deep
seit Jahren so viele Platten, dass manche Popgröße neidisch werden könnte. DJ Deep mixt imVerborgenen.
Illigal. Seine CD`s gibt es in keinem Musikgeschäft -- und wenn doch, dann nur unter der Ladentheke.

DJ Deep hat sich einen Namen gemacht, auch wenn er seinen echten nicht verrät. Dank eines professionellen
Verteilernetzes werden seit Jahren Tausende seiner CD-Mixe verkauft. Über 60.000, so die Schätzungen. Damit
wären die Hit-Mixe namens Deep Dance regelmäßig in den Top Ten der Charts. Wenn sie denn legal wären. Denn
weder die Gema noch die Musiker sahen jemals Lizenzgebühren von DJ Deep. Aus diesem Grunde sind Polizei,
Zoll und die großen Plattenfirmen auch hinter dem geheimnisvollen her. Und zwar seit genau 52 Deep Dance
Ausgaben.

Das Konzept der CD`s von DJ Deep ist einfach: Die besten Stücke der nächsten Wochen werden zu einen Endlostrack
zusammengemixt. Kein Song länger als eine Minute, manchmal gibt es nur ein paar Takte von einem zukünftigen Chartbreaker.
Bei Jahresrückblicken können schon mal über einhundert Songs in einer Dreiviertelstunde durchgejagt werden. Eins ist aber
sicher: Songs, die auf der Deep Dance landen, werden Hits. Das machte die illegale Scheibe so beliebt, daß inzwischen
Bootlegs von ihr gibt, Identkopien, die als "Original" verkauft werden.

Die Intros der Deeps sind das Markenzeichen der Scheiben. Mal ein überarbeiteter Werbespot, der im ersten Track mündet, mal
Teile aus Kinofilmen oder Pornos. Dadurch unterscheidet sich die Deep von anderen mehr oder weniger illegalen Mixen wie
Studio 33, Uncle Ben`s oder Dance Control. Die Namen oder die Aufmachung lassen nichts Böses vermuten: Sogar ein Copyright-
und eine Gema-Zeichen gibt es auf einigen Covern. Wenn schon illegal, dann richtig!

Die ersten Deep Dance entstanden 1988, hießen noch Blackpoint und waren auf Schallplatte. Heute sind das echte Sammlerstücke,
für die Fans ein Vermögen hinblättern. Damals sehr an der Pop- und Rockszene orientiert, sind die letzten Deep Dance-CD`s fast
reine House- und Technomixe. Doch die Deep Dance-SYerie erscheint immer seltener, die Polizei ist ihnen auf der Spur.
"Die haben alle total Schiß" sagt eine Kenner der Szene. Deshalb ist ein Interview mit dem König verbotener Mixe auch nur selten
möglich.

Den Zenit seines Erfolges erreichte DJ Deep 1995. Seitdem werden immer öfter Keller beschlagnahmt. Im vergangenen Jahr waren es
über 600.000 Illiegale CD`s bundesweit, schätz Christina Beaugrand vom Bundesverband der Phonographieschen Wirtschaft (BPW), der
in seinem Jahresbericht feststellt, daß "mit 150 Aktionen die Disco-Mix-Szene nahezu zerschlagen wurde". Insider sehen das anders.

Mit illegalen Scheiben wurden im vergangenen Jahr nach Auskunft des Bunderverbands der Phonographischen Wirtschaft rund 120 Millionen
Mark umgesetzt, etwa zehn Millionen weniger als 1996. Durch die CD-Piraterie enstünde immer noch ein riesiger volkswirtschaftlicher
Schaden. Aber auch ein volkswirtschaftlicher Spaß, denn bis hierher kam kein Mix der großen Musikfirmen nur annähernd an die Deep
Dance heran. Das meint zumindest Musikfachmann Ralf K. aus Ostwestfalen, der weiß, daß es den verbotenen Deep Dance-Handel auch in der
Region gibt.

"Der neue - legale - Chartmix war zwar ein Anfang, an den Erfolg der Deeps kommt er aber nicht heran.Die Musikindustrie hat den Mixtrend
verschlafen" glaubt Ralf K., und daß die Deep-Händler nur an Stammkunden verkaufen. "Die beliefern nicht jeden x-beliebigen", erzählt er.
"Denn die wissen ja, daß auch Testkäufer der Musikfirmen unterwegs sind". Mixfans behaupten, die Deeps würden nur Werbung für die
Originalsongs machen. Das sieht Jörg Böhm von DJ Promotion anders. Seine Hamburger Firma arbeitet unter anderem für BMG und Ariola. "Noch
nie hat eine illegale CD den Verkauf angekurbelt", weiß er aus jahrelanger Erfahrung.

Illegale Mixe habe es schon immer gegeben, doch heute würden die Macher damit 100.000 und mehr verdienen, ohne die Künstler zu beteiligen.
Derweil hat die phonographische Industrie mehr Angst aus Fälschungen aus Asien und Osteuropa:"Selbst Einzelhändler können sie nicht mehr von
Originalen untescheiden", berichtet der Ermittlungsdienst der Musikindustrie.

   

Schwerer Schlag gegen Disco-Mix-Szene

Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Thorsten Braun (Referat Urheberrecht)

Nach monatelanger Ermittlungsarbeit von Kriminalpolizei und Steuerfahndung mit Unterstützung von Spezialisten der Deutschen Landesgruppe der
IFPI war es soweit: Wie aus ermittlungstechnischen Gründen erst jetzt bekannt gegeben werden konnte, wurden am 5. Juni 2000 in einer
Großaktion insgesamt 53 Objekte im Ruhrgebiet durchsucht, knapp 200 Polizisten waren im Einsatz. Die Bilanz kann sich sehen lassen: 32
Verdächtige ermittelt, drei von ihnen (noch heute) in Untersuchungshaft, tausende illegaler CDs beschlagnahmt und umfangreiches Beweismaterial
sichergestellt. Die Auswertung des Materials wird noch Wochen in Anspruch nehmen. Doch schon jetzt ist klar: Erneut konnte der illegalen
Disco-Mix-Szene in Deutschland ein schwerer Schlag zugefügt werden.

Zum Hintergrund dieser Aktion: Disco-Mixes sind illegale Tonträger, auf denen ohne Einwilligung der Künstler und ihrer Plattenfirmen die Toptitel
aus den Charts zusammen "gemixt" werden. Ein solcher Raub-Mix enthält häufig 80 verschiedene Titel und mehr. Abgesehen von den
Persönlichkeitsrechten der Künstler, die durch das bunte durcheinandermischen verschiedener Titel mit Füßen getreten werden, verursachen diese
Raubkopien erhebliche finanzielle Verluste bei den Berechtigten. Jetzt haben die Mix-Piraten die Konsequenzen zu tragen: Das
Urheberrechtsgesetz sieht Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren vor.

Die Großaktion ist Beleg dafür, dass Tonträgerpiraterie eine Form der Wirtschaftskriminalität ist, die mit entsprechenden Mitteln bekämpft wird.
Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft haben mit Unterstützung der IFPI eine aufwendige Ermittlungsarbeit zu einem erfolgreichen Ende gebracht.

Hamburg, den 25. Juli 2000

Die Jungs hinter Deep Dance
Die Dorstener DJ Deep und DJ Studio 33 haben jahrelang illegale Mixe produziert

Mit ihren Mixen hat jede Party auch ohne DJ Spaß gemacht. Stets waren die angesagtesten Hits in strammer
Reihenfolge aneinander gehängt, die Übergänge perfekt abgemischt. Bis zu 100 Titel auf einer CD, das gab
es sonst nirgendwo - schon garnicht im Plattengeschäft. DJ Deep und DJ Studio 33 waren jahrelang "illegal
Kult".

Ganze 66 Ausgaben der niemals offizioell lizensierten Depp Dance-Serie fanden seit 1992 auf Flohmärkten in
ganz Deutschland Absatz, ohne dass jemand überhaupt ahnte, wer sich als musikalische Macher hinter den
Pseudonymen DJ Deep und DJ Studio 33 verbarg.

Vor dem Essener Landgericht mussten Andreas P. alias DJ Deep und Uwe J. alias DJ Studio 33 aus Dorsten-Schermbeck
jetzt Gesicht bekennen. Für den Verkauf nichtautorisierter Mixe an Zwischenhändler, die dann für die CD-Pressung
und den Weiterverkauf der "Deep Dance"-Serie an Vertriebspartner sorgten, müssen die beiden die hinterzogenen
Steuern nachzahlen und darüber hinaus eine empfindliche Bewährungstrafe in Kauf nehmen.

Angefangen hatte alles Anfang der 90ger, als der damalige "Discothek Prisma"-DJ Andreas P. erstmals für eine
Partykassette Titel fließend ineinander mischte. Von einem begeisterten Bekannten erhielt er das Angebot, gegen
jeweiliges Honorar weitere Mixe mit angesagten Titeln zu produzieren, die dieser dann als Schwarzpressung an
Flohmarkthändler verkaufen wollte. Gesagt, getan.

"Ein nettes Hobby, mit dem ich ein paar Mark nebenbei verdient habe", sagt Andreas heute. Wie konnte die
zunächst auf LP vertriebene Serie im CD-Format so erfolgreich werden, obwohl sie ohne jegliche Werbung quasi
unter der Hand vertrieben wurde? "Weil es schon immer eine große Nachfrage nach solchen Mixen gab. Bis vor
einigen Jahren waren kaum offizielle Mixe auf dem Markt", erklärt Uwe J. alias DJ Studio 33.

"Ausserdem haben wir Titel der unterschiedlichsten Plattenfirmen gemischt", fügt Andreas hinzu. "Bei den meisten
offiziellen Mixen können sich die Remixer nur bei den Songs der eigenen Plattenfirmen bedienen. Das schränkt
natürlich ein. Wir haben uns einfach bei allen bedient und so den besten Mix machen können."

Den Plattenfirmen, die sonst gerne rigoros gegen Raubkopierer vorgehen, war die "Deep Dance" Serie anscheinend
kein großer Dorn im Auge. Ganz im Gegenteil sogar: Tauchte ein potentieller Hit aus den eigenen Repertoire nicht
quasi als Appetithäppchen auf der neuesten Mix-CD auf, soll so mancher Plattenboss hinter vorgehaltener Hand
seine Enttäuschung ausgedrückt haben - so kam es jedenfalls Andreas und Uwe aus Branchenkreisen zu Ohren.

Das Unrechtsbewußtsein der jetzt Verurteilten hält sich daher in Grenzen: "Wir haben ja meistens auch nur eine
Minute aus einem Song verwendet und nie den ganzen Titel geklaut. Wer den ganzen Titel wollte musste sich eh
die offizielle Platte kaufen", meint Andreas.

Trotzdem wurde dem "Deep Dance"-Treibern der beiden Dorstener im letzten Jahr per polizeilichen Großeinsatz jeh
ein Ende gesetzt: "Alles einladen", hieß das Kommando, als die Beamten an einem frühen Junimorgen bei Andreas
und Uwe in den Wohnungen standen. Die gesuchten Raubkopien fanden die Beamten jedoch erst bei den "Vertriebsleuten".
Bei Andreas und Uwe existierten die Mixe nur auf dem PC.

Mittlerweile distanzieren die beiden Dorstener von der "Deep Dance"-Serie, die offensichtlich von Trittbrettfahrern
weitegerführt wird: "Mit den neuen Folgen haben wir überhaupt nichts mehr zu tun, da will nur jemand den Namen
benutzen".

Bei DJ Deep und DJ Studio 33 läuft jetzt alles "völlig legal". Schon vor einigen Jahren haben die beiden Dorstener
Kontakte zu Plattenfirmen geknüpft und ihre mit Deep Dance gereiften Mixfähigkeiten angeboten. Mit Erfolg, denn
für die bekannten Mix-CD`s "Chartmix", "Sommermix", "Total Dicht Mix" und "Techno Marathon" sind sie inzwischen
alleine verantwortlich. Und Steuern zahlen sie jetzt auch.

Ein Bericht aus der BVD

Von Anfang der Neunziger bis Mitte 2000 war DJ Deep verantwortlich für die Produktion der Deep Dance Mixe. Von 1996 
an produzierte er, zusammen mit DJ Kollegen, die Serie "Studio 33". Ebenfalls ab 1996 produzierte er, ebenfalls im Team, 
verschiedene Mixe für die deutsche Plattenindustrie, so z.B. die Chartmix Reihe, die Summermixe, Techno Marathon, Total Dicht Mix, 
Vengaboys Megamix.....usw.. Das Ganze unter dem Namen SWG-Mix-Production. Diese Seite soll einen Überblick über die 
Produktionen und zukünftigen Projekte von DJ Deep und SWG bieten. DJ Deep distanziert sich ausdrücklich von Bootlegs, die nach dem 
Juni 2000 auf den Markt gekommen sind und sich namentlich auf die o.g. Serien beziehen. (Deep Dance / Studio 33). Diese CD´s sind 
Fakes von Leuten, die, mit fremden Namen, abkassieren wollen. Ab Juni 2000 hat DJ Deep mit dem Mixen von Bootlegs nichts mehr zu tun.

In den 80er Jahren fing DJ Deep (Andreas) an, beeinflusst durch die Mix-Sendungen aus Holland oder DMC ( Disco-Mix-Club)
aus England, für sich selber Mixe herzustellen. Anfangs mittels zweier Tape-Decks, dann mit einer 2-Spur-Tonbandmaschine
und später dann mit einer 8-Spur-Bandmaschine

Mittlerweile läuft nartürlich alles nur noch digital über den Rechner(Apple/Mac). Da er die Tapes damals regelmäßig
im Freundes- und Bekanntenkreis verteilt hattee, musste eines dieser Bänder dann wohl den Weg zu jemand gefunden haben, der
Kontakte zu einem Presswerk hatte und in der Lage war, CDs herzustellen.

Für diesen Hersteller produzierte er in den folgenden Jahren in regelmäßigen
Abständen Mixe. Diese wurden unter dem Namen DEEP DANCE auf Floh- und Trödelmärkten und in Plattengeschäften,unter der
Ladentheke,verkauft. Der Fehler bei der Sache war,dass die Urheberrechte bei diesen Mixen nicht abgeklärt waren (was bei der Vielzahl der Titel pro Mix auch gar nicht möglich gewesen wäre)und somit waren sie illegal (Bootlegs).


In den neunziger Jahren wurde die Serie immer bekannter und jeder der sich mit Dance-Music kannte diese Mixserie.

Im Jahre 1996 kam dann Uwe (DJ-Studio 33) dazu. Er war schon jahrelang im Ruhrgebiet als DJ tätig und hatte schon einige Mixe
hobbymäßig erstellt, die qualitativ sehr gut und technisch perfekt waren. Mit ihm zusammen im Team entstand die Mix-Serie
Studio 33, die sich nicht nur mit den aktuellen Dance-Hits beschäftigte, sondern auch mal andere Mixe anbot (Partymix, Schlager,
Hip Hop...). Auch diese Serie schlug bei den Kunden ein und war damit nach Deep Dance die Nummer 2 auf dem Schwarzmix-Markt.

Doch wie das immer so ist, irgendwann ist alles mal vorbei und so kam es dann auch am 05.06.2000. An diesem Tag kam Besuch in Form von Kripo und Steuererfahndung.

Bei dieser Aktion wurden ca. 50 Personen besucht und so kam es, dass alle Personen, die mit der Disco-Mix Szene zu tun hatten, aufflogen. Da das Ganze ja aus einem Hobby entstanden war und keiner in irgendeine kriminelle Ecke gedrängt werden wollte, war
das dann der Zeitpunkt, aufzuhören. Parallel zu diesem Geschäft gab es aber auch noch den offiziellen Mixbereich. Während in anderen Ländern, wie Holland, Spanien, Italien, es schon immer üblich war, Mixe offiziell auf CD zu veröffentlichen, war Deutschland in dieser Hinsicht der Zeit ziemlich hinterher. 1996 gelangen es DJ Deep und DJ Studio 33 dann über Natze Schöler (Producer Olaf Henning), Kontakt zu Polystar/Polydor zu bekommen. Es wurde über eine offizielle Mixserie nachgedacht, die CHARTMIX-Serie.

Es wurden damals von 3 Parteien Demo-Mixe für diese Serie gemacht, u.a. von den Leuten aus Spanien, die uns in den 80ern die Max-Mix-Serie bescherrt hatten.

Wie dem auch sei, sie haben dann den Zuschlag bekommen und arbeiteten seitdem im Dreierteam (Uwe/Andreas/Natze) mit Polystar, Warner, Sony, More Music, Dance Street... zusammen und sind mittlerweile für fast alle offiziellen Megamix-Produktionen, die
in Deutschland veröffentlich werden, zuständig. Da sind zum einen die Serien, wie Chartmix, Summermix( Latino/Bailando/Mamboleo), Total Dicht Mix, Foxmix... und zum anderen Einzelmixe, wie NDW-Mix, Italo Disco Mix, Kinder Hit Mix,usw. .

Dazu kamen noch Remixe und Minimixe für einzelne Interpreten, wie z.B. Olaf Henning-Clown Remix (der mit dem Uh Uh), Fancy Megamix 98 (Top 20 Media Control), Vengaboys Megamix...

Für diese ganzen Mixe produzierten sie, pro CD, auch ein bis zwei eigene Titel, die dann mit vermixt wurden. Dabei entstand dann auch DJ August (bzw.DJ Paul) - Es ist mir egal/Prinz Pipi, der ja auch vom BVD bemustert wurde, und im Januar auf Platz 29 in den nationalen
BVD-Charts stand. Ab sofort sind sie auch buchbar, das heisst wenn jemand sie mal live auflegen sehen will, kann er sich gerne mit ihnen in Verbindung setzen (Deep 33 DJ Team).Nähere Infos dazu unter www.dj-deep.de oder www.dj-studio33.de.

In Zukunft werden sie auch für den ein oder anderen Radiosender Mixe produzieren, bisher haben sie diesbezüglich schon einige Anfragen aus dem Ausland. Die deutschen Sender halten sich mal wieder vornehm zurück, aber da kommt vielleicht auch noch was.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass sie sich von allen Bootleg-Mixes, die nach dem 05.06.2000 erschienen sind und ihre Namen (Deep / Studio 33) tragen, ausdrücklich distanzieren. Diese kommen von irgendwelchen Leichenfledderern, die mit ihrem Namen noch mal abkassieren wollen. Außerdem sind sie froh, dass es nun doch einige Plattenfirmen gibt, die erkannt haben, dass es einen Markt für gute Mixe gibt und sie nicht länger gezwungen sind, im Untergrund zu arbeiten, weil es ja hauptsächlich um den Spaß an der Musik und den Spaß am Mixen geht.

   

Westdeutsche-Allgemeine Zeitung

Jugendbeilage "Cocktail" - 25/10/1996

"Deep Dance" & Co. erfreuen sich trotz ihrer Illegalität eines immer größerem Absatzes.

"The Magic Sound of Deep" bringt mittlerweile die 45. CD auf den deutschen CD - Schwarzmarkt.

(did) "Viele Disco-Besucher dürften Sie unwissentlich schon oft gehört haben: Tanzbare Zusammenschnitte bekannter Titel. An sich eine gute Sache, wenn solche Kopplungen legal Hergestellt werden. In den letzten Jahren haben aber diesen Trend auch Piraten zunehmend ausgenutzt." So schieb die IFPI ( Bundesverband d. Phonographischen Wirtschaft Hamburg) in einem Pressebericht Anfang diesen Jahres.

"The Magic Sound of Deep" ist einer von diesen Disco-Mixen, ebenso berühmt berüchtigt, wie illegal. Verkauft werden diese Musikmixturen auf Flohmärkten, Schallplattenbörsen und in Musikläden unter den Ladentisch an meist bekannte Kunden zu einem Stückpreis von 35,- bis 45,- DM.

Auf dem Deep Dance (Kurzversion) sind nicht nur mehr Titel, als auf einem "normalen Sampler", einige der Stücke sind auf dem deutschen Markt noch gar nicht zu erhalten und stellen sich später als Superhits heraus. Die Abnehmer, meist Jugendliche, kennen diese Titel bevor der "normal Verbraucher" sie zum erstenmal gehört hat. Dies liegt daran, daß die Macher dieser "Mixe" allesamt DJ´s bekanntester Diskotheken, LP- und CD- Testpressungen von diversen Newcomer und bekannten Interpreten bekommen, bevor diese überhaupt in großer Stückzahl auf den Markt kommen. Einige von diesen DJ´s haben in Clubs wie dem "Glaspalast" in Dinslaken aufgelegt, andere im "Dorf Münsterland" bei Legden oder auch im "tarm-center" in Bochum.

Den "DD" mixt momentan ein DJ, ein Designer sitzt täglich am Computer, um das Cover und das Layout des neuesten Dance Mix zu entwerfen, wenige andere sind mit dem Vertrieb beschäftigt.

Die Disco-Mix-Szene besitzt eine außerordentliche kriminelle Energie und latente Gewaltbereitschaft resümiert die IFPI und Peter Wolleck, Fahnder der GEMA München, Abteilung Piraterie. Der DD gehört ebenso wie der "Bab Gaga", "Royal Dance", "Network", "Uncle Bens" und dem "Mc. Music" zu dieser Mafia ähnlich organisierten Szene. Mehrfach wurden von der Kripo Bochum und den Strafverfolgern der Zollfahndung Düsseldorf, die Produzenten und die Hehler mit Beschlagnahmungen überrascht. Allein Anfang des Jahres wurde an zwölf Orten im Ruhrgebiet zugeschlagen und Ca. 35.000 illegale Disco-Mix-CDs im Wert von insgesamt 1,3 Mio. DM beschlagnahmt. Geheime Lager wurden unter anderem in Essen und Oberhausen aufgespürt.

Peter Wolleck, Fahnder und Rechtsanwalt der GEMA ist seit mehr als zwanzig Jahren auf der Spur von Urheberrechtsverletzungen. Seiner Abteilung "Piraterie" der GEMA Hauptvertretung in München ist der Fall "Deep Dance" seit 1993 bekannt. Mehr als 300 weiteren Fällen von Urheberrechtsverletzungen auf dem CD Schwarzmarkt geht die GEMA nach. Nach Einschätzung von Wolleck, entstand durch die Öffnung der Grenzen zum Ostblock ein besonders leichter Weg für das illegale einführen von schwarz gepreßten CD´s in die BRD. [Da die westeuropäischen Preßwerke alle "unter Kontrolle" der GEMA stünden war es vor Öffnung zum Ostblock ungleich schwerer für die "Mafia ähnlich organisierten Banden" ihre Produkte auf den deutschen und westeuropäischen Musikmarkt zu bringen.] Heute werden nach Schätzungen der GEMA circa 30 Mio. CD´s allein in Bulgarien schwarz hergestellt und dann durch Kuriere eingeschleust. Das Stück kostet den Erstkäufer zwischen drei und fünf Mark, verkauft werden die später für das zehnfache. Eine noch nicht einzuschätzender Menge von CD´s etc. kommt, so Wolleck, aus den asiatischen Ländern, die immer stärker in dieses Geschäft einsteigen.

Das Ruhrgebiet ist durch seine Nähe zu den Niederlanden ein von solchen Mixen stark beeinflußt, resigniert der GEMA Fahnder. Die Auflage des DD liegt nach Einschätzungen der GEMA bei etwa 150 000 Stück pro Jahr, mit steigender Tendenz. Dies sei aber nur ein Fall unter vielen, weiß Wolleck zu berichten und gesteht, daß die GEMA voll und ganz abhängig von den ansässigen Staatsanwaltschaften ist. Die Staatsanwaltschaften entscheiden ob ein Zugriff auf eventuelle Hehler erfolgt, erst nach diesem Zugriff kann die GEMA feststellen ob eine Strafanzeige lohnt oder nicht. Der Polizei gehen bei den Stippvisiten auf den Flohmärkten, die jedes Wochenende in der ganzen Republik stattfinden meist nur kleine Fische ins Netz. Diese Hehler haben meist nicht mehr als 30 bis 50 Exemplare der schwarzen CD´s und dieser urheberrechtliche Schaden ist so gering, klagt Wolleck, das es zu nicht mehr als einer Geldbuße kommt. Die waren Verlierer, so Wolleck, sind die "legalen" Händler, die ausschließlich die "teure" original Ware zu einem selbstverständlich höherem Preis verkaufen (müssen). "Ein Musikgeschäft muß heute schon schwarz CD´s im Angebot haben, da sich sonst die Kundschaft anderswo die "billigen" Tonträger kauft." Dennoch gebe es, gemessen am gesamten Tonträgerverkauf der BRD etwa "nur" zwei Prozent Piraterie, leider jedoch auch mit stetig steigender Tendenz. So mancher "Bösewicht überlege sich doch dreimal, ob er Drogen verkauft oder bei gleicher Gewinnspanne und ungleich weniger Risiko an das gleiche Geld kommt", sagt Wolleck.

Der genaue Schaden der der Volkswirtschaft entsteht ist in keiner Weise zu beziffern. Würde man davon ausgehen, daß etwa eine Mark für eine "normale" CD eines Interpreten an die GEMA geht, wären das allein auf die Menge der Auflage des DD ca. 150 000 DM im Jahr. Auf dem DD ist aber meist mehr als nur ein Interpret, dafür sind diese Titel meist nur kurz angespielt. Eine genaue Aufrechnung des Schadens kann somit nicht erfolgen. Zumal sich nicht feststellen läßt, ob der Käufer des DD, sich a.) eventuell den vollständigen Titel aus gewecktem Interesse nicht doch als original kauft, er diesen Titel ohne den DD aber gar nicht kennen würde; und b.) ist es sehr vielen Interpreten nur recht wenn sie auch als schwarz Pressungen erscheinen, da sie offensichtlich bekannt genug sind um dieses Risiko einzugehen.

Dennoch geht die Produktion dieser Cd’s weiter und nicht umsonst ist der Absatz der CD´s enorm, die Qualität des DD ist beispielsweise von vielen Kennern der Szene hochgelobt und sucht ihresgleichen. "Deep Records" stellt sich gar als "eingetragenes Warenzeichen" dar und vertreibt Fan-Artikel wie Autoaufkleber, T-Shirts, CD-Ständer usw.

Im Inlay des "Magic Sound of Deep - Deep Magic Dance 40" heißt es, "[..] Von Ace of Base über Mark Oh zu Whigfield von "Rythm is a dancer" über "Hello Africa" zu "Inside out". Der Deep Magic Dance ist seit jeher immer mit bekannten Namen und ihren Dancefloorkrachern gefüllt. Dabei werden die Songs aus UK., Italien, USA, Deutschland oder den Niederlanden erstklassig zusammengemixt. Deshalb hat DJ Deep auch keine Probleme mit der Konkurrenz Mit Hilfe seines Equipments konnte er [...] (sie) weit hinter sich lassen, schon allein weil der Deep einfach vielfältiger ist. Und damit ein viel größeres Spektrum an Zuhörerschaft abdeckt. [...]

Ungefähr seit 1989 gibt es den Deep Dance und die Qualität der CD´s nimmt, durch das immer bessere Equipment stetig zu. In diesen Tagen wird von den Machern die 45. CD (März 1999, die 60.), mit einer Auflage von ca. 15000 Pressungen auf den deutschen Markt geworfen und der Boom nimmt kein Ende

             

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